Medienberichte
zur Schweizer Meisterschaft
in Lugano

 

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Montag, 10. Januar 2000


Künstlerisch überzeugend, reif für Gold: Sarah Meier (links) holte den Titel in eine Eislauffamilie. Unerreicht, aber ungekrönt: Kimena Brog Meier (rechts) erhielt für die beste Kür nur Silber.
Auf den Spuren von Denise Biellmann
Selbstbewusst traten die Schweizer Eiskunstlauf-Nachwuchshoffnungen an den Meisterschaften auf. Im Umfeld von Kimena Brog Meier (12) spricht man gar vom Olympiasieg 2006.

Eiskunstlauf

Siebter Titel für Patrick Meier. Patrick Meier zum siebenten Mal, die Eistänzer Eliane und Daniel Hugentobler zum dritten Mal und Sarah Meier zum ersten Mal wurden in Lugano Schweizer Meister. Patrick Meier, der fünf Dreifachsprünge stand, und Hugentobler/Hugentobler erhielten für ihre Kürvoträge Noten bis 5,8.

Lugano. SM. Elite (Mindestalter 14 Jahre). Frauen: 1. Meier (Bülach) 2,5 (3. Kurzprogramm/1. Kür). 2. Brog Meier (Luzern) 2,5 (1./2.). 3. Skoda (Illnau-Effretikon) 4,0 (2./3.). 4. Djoungong (Genf) 7,5. 5. Schmid (Wallisellen) 8,0. 6. Adank (Bern) 9,0. 7. Walthard (Zürich-Oerlikon) 10,5. 8. Baumann (Küsnacht) 11,5. - Männer: 1. Meier (Winterthur) 1,5 (1./1.). 2. Peter (Arosa) 3,0 (2./2.). - Tanz (solo): 1. Eliane und Daniel Hugentobler (Frauenfeld). Junioren (13 bis 19 Jahre). Frauen. 1. Blazek (Lugano) 1,5. 2. Rast (Illnau-Effretikon) 4,0. 3. Bernhard (Bülach) 4,5. - Männer: 1. Othman (Bern) 1,5. 2. Bohren (Genf) 3,0. 3. Kilchenmann (Thun) 4,5. - Tanz (solo): 1. Daniela und Fabian Keller (Mittelrheintal). Senioren (Mindestalter 19 Jahre). Frauen: 1. Bolli (Winterthur) 2,5. 2. Giuffrida (Biel) 3,0. 3. Peduzzi (Bellinzona) 3,5.

EM-Aufgebot (Wien 7. bis 13. Februar). Frauen: Meier, Ersatz Skoda. - Männer: Meier und Peter. - Tanz: Eliane und Daniel Hugentobler.

Junioren-WM-Aufgebot (Oberstdorf 6. bis 12. März). Frauen: Meier und Blazek, Ersatz Rast und Djoungong. - Männer: Lambiel (Genf, vorbehältlich Leistungsbestätigung), Ersatz Peter. - Tanz: Daniela und Fabian Keller.

WM-Aufgebot (Nizza 27. März bis 2. April). Frauen: Skoda, Ersatz noch nicht bestimmt. - Männer: Meier, Ersatz Peter. - Tanz: Eliane und Daniel Hugentobler.

Auf den Spuren von Denise Biellmann

Selbstbewusst traten die Schweizer Eiskunstlauf-Nachwuchshoffnungen an den Meisterschaften auf. Im Umfeld von Kimena Brog Meier (12) spricht man gar vom Olympiasieg 2006.

Von Dieter Ringhofer, Lugano

Fascht abe bin i", gestand Mutter Ingrid Brog, und die Trainerin Gabrielle Gisler fand es einfach "än Wahnsinn". Nur die Läuferin Kimena Brog Meier hätte sich in der Kür gerne noch ein bisschen besser gesehen: "Aber dä Axel isch abverheit", schränkte die Zwölfjährige aus Luzern ein. Sechs Dreifachsprünge waren ihr nicht genug, zu gerne hätte sie "die Mutprobe", wie Trainerin Gisler den dreifachen Axel nennt, erstmals bestanden. Der dreifache Axel ist ein Sprung mit dreieinhalb Körperumdrehungen, den erst ganz wenige Frauen in einem Wettkampf standen.

Trotzdem: Eine technisch höher stehende Kür war an Schweizer Eiskunstlaufmeisterschaften noch nie gezeigt worden. Auch die drei Jahre ältere Konkurrentin Sarah Meier konnte sie nicht überbieten. Der Bülacherin, im Vorjahr bei ihrem ersten Auftritt in der Eliteklasse bereits Zweite, fehlte zur Komplettierung der Sprungpalette der dreifache Flip. Die Luzerner waren sich danach sicher: Das ist der Titel.

Doch das Preisgericht entschied sich über die Note für die Präsentation mit 5:4 Stimmen für die reifere Läuferin aus dem Zürcher Unterland. Das Urteil löste nicht nur im Umfeld von Kimena Brog Meier heftige Reaktionen aus; selbst Roland Wehinger, der Präsident des Schweizer Eislauf-Verbandes (SEV), fand es falsch und kündigte Konsequenzen an. Die Überlegung, dass Kimena Brog Meier wegen ihres Alters noch an keiner internationalen Meisterschaft teilnehmen kann und Sarah Meier die Schweiz als Meisterin an der EM vertreten soll, wollte er nicht nachvollziehen. "Weshalb hat die Technische Kommission Brog Meier in die Eliteklasse befördert, wenn sie ihr den Titel nicht geben will?", fragte er sich. International gilt für die Elite das Mindestalter 14, Kimena Brog Meier darf erst 2001 an der Junioren-WM teilnehmen.

Hader mit dem Urteil eines Preisgerichts ist eine alte Spezialität des Eiskunstlaufs, diesmal aber betrifft er - und das ist das Erfreuliche - zwei Läuferinnen, denen zugetraut wird, einmal die Nachfolge von Denise Biellmann antreten zu können. Die Zürcherin errang 1981 den letzten Weltmeistertitel für den SEV - seither gab es keine Medaille mehr.

Unschweizerisch selbstbewusst

"Den Olympiasieg 2006." Ganz unschweizerisch selbstbewusst formuliert Gabrielle Gisler das Ziel für Kimena Brog Meier. Das Körpergefühl, das Talent und das Elternhaus der Läuferin geben ihr diese Zuversicht. Vor der kritischen Phase der Pubertät hat sie keine Angst. "Bis jetzt wächst Kimena sehr gleichmässig", sagt sie. 1,59 m gross und 41 kg schwer ist die Junggymnasiastin zurzeit.

Gabrielle Gisler hat noch nie eine Läuferin auf dem Niveau von Kimena Brog Meier betreut. Sie und ihr Mann René Gisler, ein ehemaliger Eishockeytrainer, der für das physische Training zuständig ist, wachsen gewissermassen mit der Läuferin. Da sieht es bei Sarah Meier, auch sie eine Gymnasiastin, anders aus. Ihr Vater war Eishockeyspieler beim EHC Bülach, ihre Mutter Bettina Läuferin und Preisrichterin, Tante Evi Fehr unter ihrem Mädchennamen Ruf sogar eine Schweizer Spitzenläuferin, die sich vor 20 Jahren "um einen EM-Startplatz betrogen fühlte", wie sie anmerkt. So gesehen hat sich nichts geändert. Anita Siegfried, heute unter dem Namen Pepperday (sie ist mit Co-Trainer Marc Pepperday verheiratet) Sarah Meiers Choreografin, schnappte ihr damals den dritten Startplatz weg. Es war zu den für den Schweizer Eiskunstlauf glanzvollen Zeiten von Denise Biellmann und Danielle Rieder.


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Last Up-date: 28.02.2001